Bens Bienen

Das Jahr ist rum!

Am 7.7.2017 sind meine ersten beiden Bienenvölker bei mir eingezogen. Jetzt ist ein Jahr rum. Ein Fazit!

Beim Start mit den Bienen war eigentlich nicht mehr viel zu tun. Füttern, erweitern, gegen die Varroamilbe behandeln und hoffen dass es die Bienen über den Winter schaffen.

Im Frühjahr 2018 dann das Glück, beide Völker haben es es geschafft. Interessanterweise kam das Volk, welches 2017 immer etwas schwächer war, sogar stärker aus dem Winter und lag somit vorne.

Dann ein erster Rückschlag. Waren die Bienen im letzten Jahr mehr als umgänglich, so mussten wir Anfang des Jahres feststellen, dass wir bei den Durchsichten immer recht heftig umschwirrt wurden. Bei einer Durchsicht - bei welcher wir auch die Beuten auf einen neuen Bock gestellt hatten - war es sogar so schlimm, dass wir die Durchsicht abbrechen mussten und bis ans Auto verfolgt wurden. Glücklicherweise wurde dass dann im Laufe des Jahres wieder besser. Wir waren wohl einfach etwas zu forsch mit den Bienen und sie haben uns das deutlich spüren lassen.

Kurze Zeit später das nächste Problem: Die Honigräume wurden nicht angenommen. Auch hier stand das Problem mal wieder hinter der Kiste. Man kann nicht einfach leere Honigrähmchen oben auf stellen, den Bienen fehlt die Kletterhilfe. Also den ersten Honigraum mit Mittelwänden gefüllt und später den zweiten halb/halb mit Mittelwänden und Naturbaurähmchen.

Nachdem da Honigraum-Problem gelöst war, ging es in Richtung erster Honigernte. Wir waren recht früh dran damit, da die Bienen ja neben einem Rapsfeld standen und wir fürchteten, der Rapshonig könnte noch in den Waben auskristalisieren.

Wir ernten etwa 13 KG Honig, mit 18,7 % Wassergehalt. Noch nicht perfekt aber dennoch ein leckerer Honig. Der übrigens nicht wirklich kristallisiert ist. Scheinbar fanden die Bienen das Rapsfeld nicht so spannend - gab wohl irgendwo noch was besseres.

Kurze Zeit später dann die nächste Überraschung. Trotz sorgfältiger Kontrolle hatten wir in einem Volk wohl eine Weiselzelle übersehen und so die Schwarmvorwegnahme verpasst. Die Königin war nirgends zu sehen, die Weiselzelle verdeckelt - Schwarm also weg?

Damals dachten wir das, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wir liesen das Volk in Ruhe um die neue Königin nicht zu stören, und rechneten aus, wann wieder mit der ersten Brut zu rechnen wäre. Als wir dann zu diesem Zeitpunkt rein schauten, war aber ein riesiges Brutnest - war das Volk also doch nicht geschwärmt?

Natürlich kommt ein Problem selten allein. Beim zweiten Volk fanden wir keine Königin mehr und auch Stifte waren nicht zu entdecken. War dort die Königin verloren gegangen?

Hier wurde deutlich, was den Profi vom Beginner unterscheidet. Ein Profi hätte wohl gleich den einen Masterplan gehabt, während wir Ideen wild durcheinander geworfen haben. Wie sollten wir mit dem vermeintlich weisellosen Volk umgehen? Wäre es trotzdem möglich die Völker zu vermehren?

Letztlich beschlossen wir zwei Königinnen zu bestellen. Eine für das Volk, welches die Königin verloren hatte und eine um aus den Honigraumbienen einen Kunstschwarm zu erstellen.

Kurze Zeit später fanden wir jedoch im zweiten Volk die alte, gezeichnete Königin, es war also doch alles in Ordnung. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir also ein geschwärmtes Volk und ein ungeschwärmtes und zwei bestellte Königinnen. Wir mussten unseren Plan für das nicht geschwärmte Volk also anpassen.

Dort nahmen wir ca. 2 Wochen bevor die neue Königin ankommen sollte die alte Königin mit 1,6 KG raus und bildeten somit einen Kunstschwarm. Nach einer Nacht in Kellerhaft zogen diese Bienen in eine neue Kiste auf unsere zweiten Bienenwiese ein. Beim verbleibenden Volk brachen wir acht Tage später alle Nachschaffungszellen, damit die Bienen die bestellte Königin auch annehmen würden.

Leider zeichneten sich Lieferschwierigkeiten bei unserem Königinnenversender ab, so das wir nun das Problem hatten, dass die Königinnen evtl. gar nicht mehr kommen würden. Durch Zufall hatte der Imkerbedarfsladen hier vor Ort noch eine Königin 'auf Lager'. Diese kauften wir um dem weisenlosen Volk wieder ein Königin zu geben. Kurz bevor wir das Volk einweiseln wollten, kam die Info, dass die beiden bestellten Königinnen doch noch kommen würden. Allerdings etwas später als geplant. Zu diesem Termin wären wir nicht zu Hause gewesen.

Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass Volk Nr. 1 wohl doch nicht geschwärmt war. Hier wurde es dann richtig stressig alles unter einen Hut zu bringen, wohin mit der gekauften Königin? Wer kann die bestellte Königinnen annehmen? Wann einweiseln und wie und vor allem: Wie lässt sich solch ein Chaos nächstes Jahr verhindern?

Letztlich haben wir dann aus der gekauften Königin und den Honigraumbienen von Volk Nr. 1 einen kleinen Kunstschwarm gebildet, die erste bestellte Königin wurde in Volk Nr. 2 eingeweiselt und mit der zweite bestellte Königin und den Honigraumbienen von Volk Nr. 2 wurde ein zweiter kleiner Kunstschwarm gebildet. Diese beiden kleinen Schwärme haben wir in Mini Plus Beuten eingeschlagen. Diese sind einerseits schneller ausgebaut, andererseits können wir so nächstes Jahr mit der eigenen Königinnenvermehrung beginnen, oder gekaufte Königinnen 'zwischen parken' um so nächstes Jahr etwas geordneter Vermehren zu können.

Die ganze Aktion war also recht stressig und es ist auch noch nicht alles überstanden. Als die Völker brutfrei war, habe wir dann mit Milch- bzw. Oxalsäure gegen die Vorroamilbe behandelt. Einzige Ausnahme war Volk Nr. 1, das war ja scheinbar nie geschwärmt, also auch nicht brutfrei. Hier haben wir eine Ameisensäurebehandlung begonnen. Das Volk ging hierbei aus der Brut. Das ist bei einer Ameisensäurebehandlung wohl nicht völlig ungewöhnlich, dennoch mache ich mir Sorgen um das Volk. Morgen muss ich kontrollieren ob das Volk wieder brütet, wenn nicht steht eine Wieselprobe an.

Einer der kleinen Kunstschwärme hat die Königin auch verloren. Es ist ein kleines Brutnest da und entsprechend Nachschaffungszellen. Die Königin war also mal in Eilage ist dann aber 'verloren' gegangen. Warum lässt sich nicht mehr sagen. Evtl. einfach beim einer Kontrolle gequetscht worden, oder die Oxalsäurebehandlung nicht überstanden.

Über das erste Problem ärgere ich mich persönlich sehr. Denn ich habe die AS-Behandlung einfach gestartet ohne vorher die Varroabelastung mittels Puderzucker zu testen. Ich ging einfach davon aus, dass ein Volk, das durchgebrütet hat, auch entsprechende Milbenzahlen hat. Allerdings sind nach der Behandlung keine Milben gefallen. Die Behandlung, welche das Volk aus der Brut gedrückt hat und schlimmstenfalls die Königin getötet hat, wäre also u.U. gar nicht notwendig gewesen. Fazit: Immer erst via Puderzucker prüfen ob die Behandlung sein muss.

Zwischendurch stand auch noch das zweite Mal schleudern an. Diesmal haben wir 19 KG insgesamt geerntet. 17,5% - 18% Wassergehalt, goldfarbenen Honigs. Echt genial anzusehen und natürlich auch sehr schmackhaft.

Es bleibt also noch ein wenig spannend dieses Jahr, alles in allem bin ich zufrieden wie es lief. Ja es war nicht einfach und ich habe auch einige Fehler gemacht, aber das ist normal wenn man was neues anfängt. Man lernt daraus.


Veröffentlicht:
Donnerstag, 29. Juli 2018