Bens Bienen

Wie lief 2020?

2020 ist aus Sicht der Bienen quasi rum. Wie liefs?

Wenn man schreibt das 2020 nicht so besonders lief ist das ja eigentlich eine Untertreibung. Aber auch Abseits von Covid 19, Donald Trump und Klimawandel lief es nicht so dolle.

Ich bin dieses Jahr mit zehn Völkern aus dem Winter gekommen. Eigentlich kein schlechter Ausgangspunkt um eine gute Menge Honig ein zu fahren. Das wäre gerade in Anbetracht dessen das es 2019 bei uns in der Gegend, nicht nur bei mir, sonderen generell kaum Honig gab, schön gewesen.

Leider hat sich schnell gezeigt dass dort wo sieben meiner zehn Völker standen kaum Honig zu holen ist. Wenn man sich das auf einem Luftbild wie http://www.homecrossing.de/beespace/ mal ansieht, erkennt man schnell das in einem Kilometer Radius eigentlich nur Wald und grüne Wiese ist und wenn dann doch mal was auf de Wiese blüht, kommt kurze Zeit darauf jemand mit einem Aufsitzmäher und mäht das ordentlich glatt.

Den Flugradius der Bienen habe ich somit doch überschätzt. Ja sie fliegen bis zu fünf Kilometer, wenn aber vor dem Flugloch nichts zu holen ist, dann reicht der Rest gerade mal so um das Volk zu versorgen. Mehr als ein paar Alibihonigrähmchen bleibt dann für den Imker nicht übrig.

Am zweiten Standort, mit zwei Völkern, lief es zuerst besser. Honigräume gut gefüllt. Die beiden Völker kamen dann in Schwarmstimmung und ich habe eine Schwarmvorwegnahme durchführen können. Leider ist bei beiden Völkern dann die Prinzessin nicht vom Hochzeitsflug zurück gekommen, was mir zu spät auffiel. Da die Völker dann immer weniger Bienenmasse hatte, klappte es mit dem Nektarsammeln nicht und von insgesamt vier gefüllten Honigräumen sind etwas mehr als drei wieder leer gefuttert worden. Es blieben dann nicht mal zehn Kilo Honig übrig.

Am dritten Standort, wo nur ein Volk stand, lief es wiederum schlecht. Die Königin legte kaum Eier, obwohl sie eigentlich erst ein Jahr alt war. Mehr als ein Handtellergroßes Brutnest auf zwei Waben wurde es nicht. Letztlich musste ich Königin dort im Rahmen einer Vereinigung tauschen - nicht schön, aber mit dieser Königin hätte es das Volk nicht über den Winter geschafft.

Völkervermehrung lief mittelprächtig. Meine eigenen Nachzuchtversuche wollten nicht so richtig klappen. Von 14 Zellen wurden nur 2 angenommen. Ein Volk ist dann auch noch geschwärmt, was einerseits Schade war, andereits kam ich so an mehrere schöne Schwarmzellen. Somit kommte ich dann den Völkerbestand von 10 auf 17 aufstocken, nach der Vereinigung gehen also somit 16 Völker in den Winter.

Kurz vor Ende der Saison dann die Überraschung: Die Honigräume am ersten Standort waren plötzlich gut gefüllt. Wenn die Bienen also in der Gegend was finden, klappt's auch mit dem Honig. Leider beim Schleudern die Ernüchterung. Waldhonig der teilweise schon in den Zellen kristallisiert ist. Was sich noch schleudern ließ, hatte schon grobkörnige Kristalle und war somit nicht wirklich nutzbar. Hinzu kam dass auch noch die ausgebauten Honigrähmchen damit hin waren und eingeschmolzen werden musste.

Fazit: Mein Hauptstandort ist nicht zu gebrauchen, außerdem muss ich meine Betriebsweise dringend vereinfachen, wenn ich die Völkerzahl erhöhen will.

Die Standortwahl machte mir Sorgen - ich selbst habe keine Wiesen auf die ich Bienen stellen kann. Glücklicherweise fanden sich, nach einigem Rumfragen überraschend viele Menschen die mir anboten Bienen auf ihre Wiesen zu stellen. Jetzt habe fast mehr Standorte als Völker - aber das ist Problem das ich gerne habe ;-) .

Jetzt plane ich das neue Jahr und fange an neue Beuten zu bauen. Dazu hier mehr.


Veröffentlicht:
Sonntag, 25. Oktober 2020