Bens Bienen

Erste richtige Durchsicht!

Das Wetter wird endlich langsam besser, so dass ich eine erste richtige Durchsicht machen konnte.

Vor meinem geistigen Auge, quollen die Völker schon über vor Bienen und die Brutnester verhonigten weil der erste Honigraum schon am Platzen ist.

Die Realität sah dann glücklicherweise etwas entspannter aus. Die Honigräume sind je nach Standort zwischen: Noch nicht mit dem Bienenpopo angeschaut und minimal angetragen.

Ich denke die Dissonanz zwischen meiner Vorstellung und Realität kommt von dem doch recht kalten April. Wenn man sich hier mal die Mühe macht auf den 24.4.2020 zu schauen, so erkennt man dass letztes Jahr um diese Zeit die Apfelblüte schon in vollem Gange war bei uns. Aktuell beginnt die Apfelbüte hier erst. Noch sind die Knospen zu, wir sind also mindestens eine Woche später dran als letztes Jahr.

Vor diesem Hintergrund, habe ich auch hinzugelernt, dass die Aussage von manchem Bienenpapst, dass man Honigräume nicht zu früh geben kann, wohl anders gemeint ist, als ich mir das dachte.

Die Aussage dürfte sich sich eher auf organisatorische Dinge beziehen als direkt auf die Bienen. Die Bienen interessieren sich erst dann für die Honigräume, wenn auch wirklich ordentlich Tracht rein kommt. Die Bienen bauen die Räume dann aus, wenn sie diese brauchen, nicht vorher. Wenn sie den Platz dann brauchen, sind sie auch fix mit ausbauen.

Vor mich bedeutet dass, das ich letztlich die Honigräume erst drauf packen müsste wenn es wirklich mit der Obstblüte los geht, und nicht schon bei den ersten Kirschblüten. Praktisch ist das natürlich schwieriger abzupassen. Wenn an einem schönen Dienstag es mit Tracht losgeht, bekomme ich die Honigräume nicht mehr schnell genug drauf, weil berufsbedingt vielleicht erst Samstags drauf zu den Bienen komme. Insofern passt es dass man die Honigräume vorher drauf machen muss, aber vermutlich nicht so früh wie ich das immer getan habe.

Interessanter ist dafür eine andere Beobachtung. Ich hatte wegen dem Kälteeinbruch die Futterwaben noch nicht raus, sondern nur hinters Schied gehängt. Viele davon waren jetzt leer und ich dachte immer hinterm Schied kümmern sich die Bienen nicht so um die Waben. Pustekuchen, der Raum hinter dem Schied wird von den Bienen wohl ähnlich wie der Honigraum angesehen, d.h. die Bienen haben da ersten Nektar eingelagert. Sehr wenig noch, aber es ist doch erkennbar dass die Waben genutzt werden. Ich habe die Waben jetzt entfernt, Notfallreserve an Futter haben die Völker und ich hoffe dass so die Honigräume noch etwas besser genutzt werden.

Apropos Schied, da gab's auch noch eine weitere interessante Beobachtung. Bei einem Volk muss ich beim Schieden wohl die Königin auf die falsche Seite gepackt haben. Der eigentliche Brutraum hatte keine Brut mehr, nur eine einzelne Nachschaffungszelle mitten auf der Wabe. Dafür war hinter dem Schied auf den geleerten Futterwaben ein hübsches Brutnest angelegt. Nachdem ich mich versichert hatte, dass dort auch Stifte zu finden waren - die Königin also da ist, bzw. die Bienen, sollte das nicht der Fall sein, wenigstens nochmal eine nachziehen können, habe ich die Brutwaben vor das Schied gehängt, die Nachschaffungszelle gebrochen und überzählige Leerwaben entfernt. Für die Königin ist das Schied also eine Hindernis, möchte man meinen.

In Hinblick auf die Oberträgerbeuten ist natürlich interessant. Ich plane hier eigentlich die Nutzung von Absperrgittern - evtl. könnte ich aber auch einfach den Schied dafür nehmen - dann müssten sich die Bienen nicht durch die engen Maschen quetschen.

Aber auch für diese Annahme gibt es Ausnahmen. Bei einem weiteren Volk, bei dem ich absolut sicher hin, dass die Königin beim Schieden nicht hinter dem Schied saß, wollte ich gerade die Leerwaben entfernen als ich sah, dass die Königin auf einer davon herum spazierte. Ihre Durchlaucht ist also um das Schied herum gelaufen. In der Kiste hatte ich ein Isolierschied im Einsatz und es war eine der Dadantlagerbeuten. Ob das damit zu tun hat, oder ob diese Madame nur einfach einen größeren Wandertrieb hat, lässt sich natürlich nicht sagen.

Insgesamt sieht es somit erst mal gut aus. Die Völker sind auf gutem Weg. Zwei drei Völker muss ich im Augen behalten was Schwarm angeht, diese Völker sind schon enorm stark, sobald da Wetter und Tracht einen Sprung nach oben macht, dürften die Völker die Koffer packen. Das stärkster dieser Völker, ist das, welches letztes Jahr schon geschwärmt ist und dessen König somit aus eine vollwertigen Schwarmzelle geschlüpft ist. Ist irgendwie nicht überraschend, dass die beste Königin die ist, welche die Bienen ohne mein Zutun erkoren haben. Auch das sollte ich berücksichtigen - künstliche Königinnenzucht in Mini Plus fand ich ja sowieso schon nicht so prickelnd. Evtl. lasse ich dass diese Jahr ganz und nutze nur den Schwarmtrieb.

Die nächsten Schritte sind jetzt der Umzug von fünf Völker von meinem aktuellen Hauptstandort. Diese hatte sich letztes Jahr als sehr trachtarm herausgestellt. Ich will meine Völker zwar nicht wandern, aber wenn es an einem Standort gar nichts zu beißen gibt, ist das für die Damen ja auch nicht sinnvoll. Vor dem Umzug graut es mir jetzt schon. Die Kisten von der einen auf die andere Wiese orglen ist immer mehr als nervig. Selbst wenn ich die notwendige Technik hätte wäre das immer noch Streß. Ich frage mich wie das Wanderimker machen ohne ihre geistige Gesundheit zu gefährden.


Veröffentlicht:
Montag, 26. April 2021