Bens Bienen

Volksumzug und alternative Honigräume

Am Samstag haben wir eine Bienenvolk umgezogen. Erstaunlicherweise ging das besser als gedacht. Heute habe ich gelernt, dass man auch Leerwaben nicht hinterm Schied lassen sollte, sonst baut man sich einen alternativen Honigraum.

Doch zuerst zum Umzug. An meinem Hauptbienenstand ist, in Sachen Tracht, nie viel los. Eigentlich ist nur immergrüner Wald drum rum, und wenn auf der Wiese vor dem Stand mal was blüht, fällt das kurze Zeit später einem Aufsitzmäher zum Opfer. Prima Futter für die Schafe, kein Futter für meine Bienen.

Aufgrund dessen muss ich meine Bienen da wegziehen. Am Samstag ist das vierte Volk von dort umgezogen. Der neue Standplatz war nur etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt, weswegen ich mir etwas sorgen machte, ob die Bienen nicht zu ihrem alten Standplatz zurück fliegen.

Deshalb sind wir recht spät abends, nach Flugende, zu den Bienen, haben die Kiste mit mehren Spanngurten am Bock befestigt und dann den ganzen Kasten samt Bock ins Auto gestellt. Allein durch den Transport sind die Bienen etwas durch gerüttelt worden. Am neuen Standort haben wir dann noch ein paar Blätter vor dem Flugloch montiert. Auf diese Weisen entstand, so hoffe ich doch, bei den Bienen der Eindruck, dass der Baum umgefallen ist und man sich deshalb neu einfliegen muss.

Ein kurze Kontrolle am nächsten Tag zeigte, dass die Kiste immer noch voll mit Bienen ist. Mit gereizten Bienen muss man dazu sagen. Das hin und her Geschaukel und die Verwirrung dass man nicht mehr da steht wo man gestern noch war, scheint dem Volk nicht wirklich gefallen zu haben. Ich wurde doch schon etwas heftiger als sonst umschwirrt. Ich denke aber das gibt sich in ein paar Tagen.

Alternative Honigräume

Ich hatte es ja schon im vorherigen Blogpost beschrieben, aber heute ist es mir nochmal deutlich gezeigt worden. Bei einem Volk, hatte ich eine Leerwabe hinter dem Schied gelassen. Als ich heute nach dem Rechten geschaut habe, musste ich feststellen, dass nur eine Handvoll Bienen im Honigraum saßen. Die anderen haben den eingetragenen Nektar in der Leerwabe hinterm Schied getrocknet, oder sich um den Ausbau eine Wildwabe direkt daneben gekümmert.

Es heißt ja immer, dass man die Futterwaben beim Aufsetzen der Honigräume entfernen soll, damit eben kein Futter im Honig landet. Aber ehrlich gesagt, ich glaube das ist weniger das Problem. Die Bienen tragen eigentlich kein verdeckeltes Futter vom Leerraum in den Honigraum - warum auch, die Königin kommt nicht in denn Leerraum, Platzmangel ist da also keiner.

Dafür kommt eher was anderes zum Tragen, denke ich. Die Leerwabe hinterm Schied ist viel einfacher zu erreichen als das man sich durch das Absperrgitter quetschen muss. Außerdem liegt die Wabe auf der gleichen Höhe wie der Brutraum. Der Honigraum liegt oben drüber. Oben drüber kommt bei den Bienen aber eigentlich nicht vor - im Baum ist ja auch nicht plötzlich oben mehr Platz. Außerdem muss man eine Leerwabe auch nicht mehr ausbauen und wenn man dann einmal dort ist, baut man die nächste Wabe einfach daneben.

Gut, wieder was gelernt. Die Bienen haben die Wabe jetzt vor das Schied bekommen - ist somit also eine Futterwabe - und den Wildbau habe ich entfernt und nach oben in eine Honigraumrähmchen eingepasst. Mal sehen ob die Bienen das annehmen.

Ein Positives hatte allerdings dennoch. Ich sehe es als gutes Zeichen für die Oberträgerbeuten. Evtl. brauche ich da gar kein Absperrgitter. Ein umlaufbares Schied tut's vielleicht auch. Wäre mir sehr recht.

Sonstiges

Ansonsten: Diese Jahr führe ich meine Völker im Brutraum wesentlich enger. Ich will sehen ob sich das wirklich positiv auf den Honigertrag auswirkt. Meine Befürchtung ist allerdings, dass das den Schwarmtrieb verstärkt und ich plötzlich vielen Völkern nachlaufen muss.

Alles nicht ganz so trivial. Wieder mal zeigt sich, dass es immer noch mehr zu lernen gibt.


Veröffentlicht:
Montag, 03. Mai 2021